Das malerische Schlossareal in Loučeň in der Nähe von Nymburk (Neuenburg) entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts wahrscheinlich nach dem Projekt des Barockarchitekten František Maxmilián Kaňka. Vor dem Krieg zählte das Schloss Loučeň zu den reichsten Adelssitzen im böhmischen Teil der Republik. Die Exposition befindlich im Erdgeschoß des Objektes, macht die Besucher mit der Geschichte und den Bemühungen der adligen Besitzer bekannt, die sich um die Umwandlung des Sitzes in die gegenwärtige Gestalt und um die Entwicklung der Herrschaft verdient machten. Darunter war insbesondere das Adelsgeschlecht Thurn-Taxis, das bereits im 16. Jahrhundert das Postmonopol auf dem Gebiet des damaligen Heiligen Römischen Reiches erwarb. Dank Turn-Taxis schrieb Loučeň sogar Sportgeschichte: auf der Wiese hinter dem Schloss wurde im Jahre 1882 zum ersten Mal in Böhmen Fußball gespielt, und die gleiche, aus den damaligen Schlossbediensteten aufgebaute Mannschaft spielte im Jahr 1885 das erste öffentliche Spiel gegen den deutschen Klub Regatta auf der Prager Kaiserswiese. Bald soll das Areal umfassend umgebaut werden, nach der Rekonstruktion wird man zum Beispiel ein Romantismus-Museum oder einen interessanten Lehrpfad mit Labyrinthen aus aller Welt besuchen können.
Das dreiflügelige Schloss mit reich gegliederter Stirnwand bildet zusammen mit der Schlosskirche im Barockstil und dem englischen Park mit zwei Teichen, Orangerie und Barockstatuen ein abgeschlossenes Kompositionsganzes. Für die Gäste sind hier fünf stilecht eingerichtete Appartements und neun Zweibettzimmer vorbereitet, Gruppen und Firmen stehen Ein-, Zwei- und Vierbett-Standardzimmer zur Verfügung. Für Romantiker, junge Ehepaare und verliebte Paare aller Altersgruppen ist das kleine Haus des Fürsten Alexander mitten im Schlosspark bestimmt. In den Sommermonaten können auf Wunsch Bankette, Hochzeiten oder Gardenpartys veranstaltet, Ferkel gebraten oder Hühner gegrillt werden. Interessenten können sich Körbe mit Speisen und Getränken für romantische Picknicke im Park vorbereiten lassen.