Das Feuerwehrhaus ist das jüngste Bauobjekt auf dem Stadtplatz in Telč. Gebaut wurde es im Jahr 1870 an der Stelle der ehemaligen Fleischläden als das Spritzenhaus für die neu gegründete freiwillige Feuerwehrmannschaft. Die moderne Technik machte im Jahr 1944 den Durchbruch von zwei geräumigen Einfahrten in der Stirnwand erforderlich, die das Arkadenmotiv der Laubengänge übernommen, aber den Charakter des Gebäudes völlig geändert haben. Als Telč im Jahr 2000 geeignete Räumlichkeiten für eine neue Stadtgalerie suchte, fiel die Wahl gerade auf das lange Zeit übersehene Feuerwehrhaus. Das Objekt wurde in seiner ursprünglichen Gestalt aus dem Jahr 1870 rekonstruiert, erst seine Nutzung zu Galeriezwecken entdeckte die versteckte Schönheit und Anmut dieses technischen Denkmals, seine interessanten Innenräume, Details sowie die charakteristische Farbgestaltung.
In der Tschechischen Republik gibt es gegenwärtig zwölf Denkmäler, welche in der UNESCO-Liste des Weltkultur- und -Naturerbes eingetragen sind. In der Böhmische-Mährischen Höhe befinden sich drei davon – der historische Kern der malerischen Stadt Telč mit dem Renaissanceschloss, die St.-Johannes-Nepomuk-Wallfahrtskirche in Zelená hora (Grünberg) bei Žďár nad Sázavou (Saar), erbaut im Barock-Gotik-Stil, und die romanisch-gotische St.-Prokops-Basilika mit dem einmalig erhaltenen jüdischen Stadtviertel und dem jüdischen Friedhof in Třebíč (Trebitsch). Alle drei Orte bilden ein imaginäres Dreieck, sie liegen ungefähr 40 km voneinander entfernt und lassen sich daher alle an einem freien Wochenende bequem besichtigen. Insbesondere in den Sommermonaten kann man an einzelnen Orten darüber hinaus Konzerte, Festivals, mittelalterliche Feste und weitere Kulturveranstaltungen besuchen.