In den Räumlichkeiten des Benediktinerklosters in Rajhrad (Raigern) wurde die Gedenkstätte des Schrifttums in Mähren nach einem umfassenden Umbau im Jahr 2005 eröffnet. Das Kernstück stellt die restaurierte historische Bibliothek dar, in der 7500 von den insgesamt 65 000 Bändern ausgestellt sind. Rajhrad war schon immer ein berühmtes Bildungszentrum; von der Kloster-Gemäldegalerie stammen zum Beispiel gotische Passionsgemälde vom Meister des Raigerner Altars, die in den Galerien in Prag und Brünn aufbewahrt werden. In der Bibliothek in Rajhrad wurden in der Vergangenheit illuminierte Handschriften der Königin Elisabeth Richeza und weitere kostbare Inkunabeln konzentriert. Die Dauerexposition zeigt das mährische Schrifttum während der vergangenen zehn Jahrhunderte, zu sehen ist hier ein Teil der Klosterräume – die Kirche, der Kapitelsaal und der Kreuzgang. Zum Kloster führt die internationale Radlertrasse Brünn–Wien, im Areal können sich die Besucher im Restaurant Klášterní taverna erfrischen.
Das älteste Kloster in Mähren gründete offiziell Fürst Břetislav um das Jahr 1045, aber nach einer Legende ist es schon in der cyrillomethodischen Zeit entstanden. Der ausgedehnte Komplex wurde schrittweise ausgebaut und angepasst, die ausgeprägtesten Maßnahmen wurden im 18. Jahrhundert nach dem Projekt von Jan Blažej Santini durchgeführt. Das geräumige Kloster zusammen mit der St.-Peter-und-Pauls-Abtkirche ist neben der Pilgerkirche in Křtiny der zweitwichtigste Bau Santinis in Südmähren. Die einschiffige Kirche mit Tonnengewölbe und fünf Kuppeln trägt insbesondere im Innenraum alle typischen Elemente der Handschrift des berühmten Architekten. Die Fresken im Kirchenschiff und den Klostergebäuden stammen von Jan Jiří Etgens und Josef Winterhalter jun., an der Bildhauerausschmückung beteilig-ten sich vor allem Ignác Lengelacher und Ondřej Schweigel.