Eines der kostbarsten Barockschlösser in Mähren wurde für die Grafen von Harrach in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vom berühmten österreichischen Baumeister Johann Lucas von Hildebrandt gebaut. Seinen größten Aufschwung erlebte der Sitz an der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts unter der gebildeten Besitzerin Maria Walburga Gräfin von Truchsess-Waldburg-Zeil, die das Schlossgebäude zu einer der modernsten Bildungsanstalten des damaligen Mitteleuropas ausbauen ließ. Diese Ausbildungsstätte besuchte auch der später berühmte böhmische Historiker František Palacký, gebürtig aus dem nahen Hodslavice (Hotzendorf). Nach dem Jahr 2000 wurde das Schloss umgebaut und nahm die ursprünglichen Schlosssammlungen wieder auf. Die Besichtigungstrasse umfasst neben den traditionellen, historisch eingerichteten Interieuren auch die Schlafzimmer und Lehrräume der ehemaligen Schlossschule mit Einrichtungen und dem Wandschmuck im Empirestil. Die Besichtigung führt bis unter das Dach, wo man ein interessantes Barock-Kaminsystem bewundern kann. Im Schloss sind weiter ein Restaurant, die Sommergalerie und das Informationszentrum untergebracht, in Vorbereitung begriffen ist die Eröffnung des Museums der Gemeinde Kunín.
Die Stadt entstand als Vorburg der alten Burg in Jičín (Titschein) auf einem regelmäßigen Schachbrett-Grundriss. Der einfühlsam instandgesetzte historische Stadtkern und der quadratförmige Zentralplatz, umgeben von vorwiegend Renaissancehäusern mit Barock- oder klassizistischen Fassaden und Laubengängen, gehört zu den schönsten und am besten erhalten gebliebenen in Mähren. Im ehemaligen Schloss des Adelsgeschlechtes von Žerotín aus dem 16. Jahrhundert hat das Heimatkundliche Museum seinen Sitz, die Dauerexposition ist der Entwicklung der Hutmacherei und der Geschichte der Stadt gewidmet. In den historischen Schlosssälen werden regelmäßige Begleitausstellungen veranstaltet. Städtebauliche Dominante von Nový Jičín ist der 66 m hohe Renaissanceturm, Bestandteil der Mariä-Himmelfahrts-Kirche im Barockstil. Sehenswert ist weiter das Theatergebäude aus den Jahren 1885–1886, unter dessen Neorenaissance-Fassade sich eines der modernsten Theaterobjekte in der Tschechischen Republik überhaupt verbirgt.